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Warum wir zu 100 % hinter dem ZVEH-Positionspapier stehen
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Die geplante EEG-Reform gefährdet den Solar-Boom und das Handwerk
Die deutsche Solarbranche blickt auf ein historisches Jahr zurück: Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland erstmals mehr Strom durch Photovoltaik-Anlagen erzeugt als durch Braunkohlekraftwerke. Mittlerweile werden über 60 Prozent unseres Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt. Dieser Erfolg ist kein Zufallsprodukt politischer Absichtsberichte. Er ist das Ergebnis harter Arbeit. Es ist der Erfolg von tausenden Elektrohandwerksbetrieben, Solarteuren und Großhändlern, die Tag für Tag auf den Dächern stehen, und von Herstellern, die verlässliche Technologie liefern.
Doch genau dieser Motor der Energiewende soll nun abrupt ausgebremst werden. Hinter den Kulissen der Bundesregierung befinden sich derzeit mehrere Gesetzesentwürfe in der Ressortabstimmung, die massive Einschnitte vorsehen. Dazu gehören die anstehende „EEG-Reform“, das geplante „Netzpaket“ sowie das neue „Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz“ (StromVKG).
Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hat hierzu am 12. Mai eine deutliche Stellungnahme* und ein umfangreiches Positionspapier veröffentlicht. Die Botschaft des Handwerks an die Politik ist unmissverständlich: Die geplanten Regelungen drohen den Ausbau erneuerbarer Energien drastisch zu verlangsamen.
Wir bei BAUER Solar haben das Positionspapier intensiv analysiert. Für uns gibt es keine Sekunde des Zweifelns: Wir stehen zu 100 Prozent hinter den Forderungen des ZVEH. Als verlässlicher Partner des Handwerks sehen wir es als unsere Pflicht, die Stimme gegen diese bürokratischen und planlosen Markteingriffe zu erheben.

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Die drei kritischsten Punkte der Reform – und warum sie die Praxis bedrohen
Das Positionspapier des ZVEH legt den Finger genau in die Wunden, die auch euren Alltag in der Kundenberatung und Projektierung massiv belasten würden. Drei Neuregelungen der EEG-Reform stechen dabei besonders negativ hervor:
1. Die ersatzlose Streichung der Einspeisevergütung ab 2027
Es ist völlig unverständlich, warum die Politik ausgerechnet bei kleinen PV-Dachanlagen unter 25 kWp den Rotstift ansetzt. Diese Anlagenklasse erfährt in der Bevölkerung eine unglaublich hohe Akzeptanz und sorgt für eine demokratische Teilhabe an der Energiewende – ganz ohne zusätzlichen Flächenverbrauch.
Die geplante ersatzlose Streichung der festen Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 2027 sorgt schon jetzt für eine massive Verunsicherung bei Endkunden. Umfragen zeigen deutlich: Nur ein Bruchteil der Immobilienbesitzer würde überhaupt noch eine Solaranlage installieren, wenn es keine einfache, bürokratiearme und garantierte Lösung für den überschüssigen Strom gibt. Die Einspeisevergütung ist in vielen Fällen kalkulatorisch absolut notwendig, um die Refinanzierung der Gesamtanlage abzusichern. Fällt sie weg, rückt das Regierungsziel von 215 Gigawatt installierter PV-Leistung bis 2030 in weite Ferne.
2. Der gefährliche Fehlanreiz zur Dach-Verkleinerung
Das Argument des Bundeswirtschaftsministeriums, dass sich kleine PV-Anlagen allein durch den Eigenverbrauch und die Einsparung beim teuren Netzstrom rechnen würden, greift in der Realität zu kurz.
Die Praxis zeigt: Fällt die Vergütung für die Einspeisung weg, werden Hausbesitzer und Kleingewerbebetriebe ihre Anlagen künftig wieder künstlich klein dimensionieren. Sie werden die Modulanzahl exakt auf ihren aktuellen, direkten Eigenverbrauch abstimmen, um bloß keinen produzierten Strom „zu verschenken“. Wertvolle, freie Dachflächen bleiben ungenutzt. Das ist das exakte Gegenteil von einer konsequenten, zukunftsorientierten Energiewende, bei der wir jeden Quadratmeter für die Dekarbonisierung unseres Landes brauchen.
3. Das bürokratische Monster: Verpflichtende Direktvermarktung
Als Ersatz für die Einspeisevergütung sieht der Entwurf eine verpflichtende Direktvermarktung vor – und zwar perspektivisch auch für kleinere Anlagen. Zwar beteuert die Politik, die „Massengeschäftstauglichkeit“ solcher Modelle prüfen zu wollen. Doch der ZVEH bringt es im Positionspapier auf den Punkt: Solche Angebote existieren in der Praxis für Kleinstanlagen schlichtweg nicht.
Es gibt derzeit keine Aggregatoren oder Energiehändler, die bereit und in der Lage sind, die minimalen Einspeisemengen einer typischen 10-kWp-Hausanlage wirtschaftlich und für den Endkunden verständlich direktzuvermarkten. Solange es keine praxistauglichen, digitalen Lösungen im Markt gibt, ist eine gesetzliche Pflicht reine Willkür und ein massiver Bremsklotz für das installierende Handwerk.
Täter-Opfer-Umkehr: Das Netz ist das Problem, nicht die Solaranlage!
Die Begründung für die harten Einschnitte seitens der Politik lautet meist: Die Systemkosten für den Redispatch (Eingriffe zur Stabilisierung des Stromnetzes) und die Einspeisung bei negativen Strompreisen seien zu hoch.
Doch hier findet eine klassische Täter-Opfer-Umkehr statt, die wir und der ZVEH absolut nicht akzeptieren. Die hohen Systemkosten entstehen nicht, weil das Handwerk zu schnell und zu fleißig Solaranlagen baut. Sie entstehen, weil die Politik und die Netzbetreiber den dringend benötigten Netzausbau, die Digitalisierung der Infrastruktur und den Smart-Meter-Rollout über Jahre hinweg verschleppt haben.
Kleine, dezentrale PV-Anlagen – insbesondere in Kombination mit modernen Batteriespeichern, intelligentem Energiemanagement (HEMS) und steuerbaren Verbrauchern wie Wärmepumpen oder Wallboxen – entlasten die Stromnetze bereits heute erheblich. Sie erzeugen den Strom genau dort, wo er verbraucht wird: lokal und verbrauchsnah. Wer privat oder als mittelständischer Betrieb investiert, um das Gesamtsystem zu stützen, darf dafür am Ende nicht durch den Entzug der wirtschaftlichen Grundlage bestraft werden.
Unsere gemeinsame Forderung an die Politik
Als Solarmodulhersteller wissen wir: Unsere Module sind nur so gut wie das Handwerk, das sie auf die Dächer bringt. Wenn das Vertrauen der Endkunden in verlässliche politische Rahmenbedingungen beschädigt wird, betrifft das uns alle – vom Großhändler über den Solarteur bis hin zur Industrie. Ein Auslaufen von Fördersystemen darf niemals abrupt und disruptiv geschehen, sondern muss über lange, verlässliche Planungszeiträume gestaffelt sein, um extreme Marktschwankungen zu verhindern.
Gemeinsam mit dem ZVEH fordern wir daher:
- Hände weg von der Einspeisevergütung für Kleinanlagen, solange keine echten, massentauglichen Alternativen am Markt existieren.
- Fokus auf den Netzausbau und die Digitalisierung, statt den sauberen Zubau künstlich zu drosseln.
- Smarte Lösungen am Netzanschlusspunkt (wie vom VDE FNN gefordert) statt pauschaler Wirkleistungskürzungen auf 50 Prozent, die eine doppelte Regulierung bedeuten würden.
Die Energiewende in Deutschland ist ein Gemeinschaftsprojekt, das von einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz getragen wird. Mehr als 80 Prozent der Menschen stehen hinter dem Ausbau der Solarenergie. Wir appellieren an die Bundesregierung, diesen Rückhalt nicht leichtfertig zu verspielen und den Solar-Boom fortzusetzen, anstatt die fossile Abhängigkeit künstlich zu verlängern.
Wir von BAUER Solar stehen fest an eurer Seite. Für verlässliche Rahmenbedingungen, für ein starkes Handwerk und für eine echte, dezentrale Energiewende.